Ratgeber · Vorbereitung
Unterlagen für die Privatinsolvenz: Checkliste für die erste Ordnung
Eine gute Vorbereitung beginnt mit einer ehrlichen Übersicht. Diese Checkliste hilft, die wichtigsten Unterlagen für eine erste Einordnung zu sammeln, ohne eine vollständige Gerichtsakte vorzutäuschen.
Allgemeine Informationen ersetzen keine Prüfung Ihres individuellen Falls. Rechtsstand: 27.10.2026.
Beratung anfragen1. Gläubiger und Forderungen vollständig erfassen
Beginnen Sie mit allen Schreiben, die Sie von Banken, Inkassostellen, Behörden, Vermietern, privaten Gläubigern oder Gerichten erhalten haben. Eine Forderung gehört auch dann in die Übersicht, wenn Sie die Höhe bestreiten oder das Aktenzeichen noch nicht finden.
- Name und Anschrift jedes Gläubigers
- Aktenzeichen, Vertragsnummer und Forderungsgrund
- aktuelle Forderungshöhe und Datum des letzten Schreibens
- Mahnungen, Titel, Vollstreckungsankündigungen und Pfändungen
- Markierung für bestrittene oder noch ungeklärte Forderungen
2. Einkommen und laufende Ausgaben dokumentieren
Für die Haushaltsplanung braucht es nicht nur den letzten Lohnzettel. Sammeln Sie die regelmäßigen Einnahmen und die Ausgaben, die den Alltag sichern. Schwankende oder befristete Einnahmen sollten als solche gekennzeichnet werden.
- Lohn, Rente, Bürgergeld, Kindergeld und sonstige Leistungen
- Kontoauszüge und Nachweise über wiederkehrende Zahlungseingänge
- Miete, Nebenkosten, Energie, Versicherungen und notwendige Fahrtkosten
- Unterhalt, Betreuung und besondere Gesundheitskosten
3. Konto, Vermögen und Verträge offenlegen
Konten, Fahrzeuge, Immobilien, Versicherungen, Rückkaufswerte und Ansprüche sollten vollständig genannt werden. Die Bewertung, ob etwas geschützt, verwertbar oder belastet ist, erfolgt erst nach der Prüfung von Eigentum, Wert, Zweck und Sicherheiten.
- alle Giro-, Spar- und digitalen Zahlungskonten
- Fahrzeugbrief, Finanzierung und aktuelle Fahrzeugdaten
- Mietvertrag, Eigentumsunterlagen und laufende Darlehen
- Versicherungen, Bausparverträge, Erbschaften und Schenkungen
- laufende Verträge, Bürgschaften und gemeinsame Verpflichtungen
4. Gerichtliche Formulare und sichere Übermittlung
Welche amtlichen Formulare, Bescheinigungen und Fristen gelten, hängt vom Verfahren und dem zuständigen Gericht ab. Nutzen Sie die aktuelle amtliche Fassung und prüfen Sie jede Angabe vor der Unterschrift.
Öffentliche Kontaktformulare und ein Besucher-Assistent sind nicht für vollständige Schuldenaufstellungen, Kontoauszüge oder Zugangsdaten gedacht. Vertrauliche Unterlagen sollten nur über einen ausdrücklich vorgesehenen sicheren Weg übermittelt werden.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss ich wirklich jeden Gläubiger angeben?
Sie sollten alle bekannten Gläubiger so vollständig wie möglich erfassen. Unklare, bestrittene oder kleine Forderungen sollten gekennzeichnet und nicht einfach weggelassen werden.
Wie viele Kontoauszüge brauche ich?
Das hängt vom Verfahren, der Stelle und Ihrer Situation ab. Sammeln Sie zunächst die aktuellen Auszüge und Nachweise, aus denen regelmäßige Einnahmen, Ausgaben und besondere Zahlungseingänge nachvollziehbar werden.
Kann ich die Unterlagen per Kontaktformular schicken?
Bitte senden Sie dort keine vollständigen Schuldenaufstellungen, Kontoauszüge oder anderen vertraulichen Unterlagen. Für solche Daten muss ein ausdrücklich vorgesehener sicherer Übermittlungsweg genutzt werden.
Quellen
Amtliche und öffentliche Hinweise
Die Verweise dienen der redaktionellen Einordnung. Der aktuelle Rechtsstand und Ihr Einzelfall sind maßgeblich.
Der nächste Schritt
Sie möchten Ihre Situation besprechen?
Fordern Sie eine persönliche Beratung an und klären Sie, welche Unterlagen und welcher Weg zu Ihrer Situation passen.